31 Okt 2019

Wundbehandlung und die Phasen der Wundheilung

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http://Wundbehandlung im Bezirk Vöcklabruck

Wundbehandlung und Wundmanagement ist die Beurteilung und Diagnostik, die Reinigung und die Versorgung von Wunden. Wundmanager erkennen die verschiedenen Phasen der Wundheilung und können mit der Anwendung verschiedener Materialien positiv auf die Wundheilung einwirken. 

Die Phasen der Wundheilung müssen aber nicht immer nacheinander ablaufen. Oft beginnt ein Wundabschnitt, ein Bereich der Wunde, bereits vom Rand her zu epithelisieren, während ein anderer Bereich noch Wundbeläge zeigt. Das Erkennen der verschiedenen Wundheilungsphasen hilft dabei, mit den Verbandsmaterialien besser auf die Wundsituation eingehen zu können und die Wundheilung zu begünstigen.          

Phasen der Wundheilung:  

Exsudative Phase / Exsudationsphase / Reinigungsphase

Wenn eine Wunde anfangs unbemerkt ist oder keine adäquaten Verbände zur Verfügung stehen, kann es vorkommen, dass Fasern der Bekleidung, Bettdecke oder Gaze Tupfer an der Wunde kleben bleiben. Beim Duschen können Bakterien die unsere Haut besiedeln, in die offene Wunde gewaschen werden und setzen sich dort fest 

Der Körper reagiert mit seinen Funktionen und möchte die Wunde reinigen, von Bakterien und Fremdkörpern befreien. Die Wunde beginnt daher anfangs zu nässen – sie exsudiert. Eine Erwärmung (Calor), Wundschmerz (Dolor), Rötung (Rubor) und Anschwellen der Wundumgebung (Tumor), der umliegenden Haut bestätigen den Ablauf einer Infektion. Eine Funktionseinschränkung (funktio laesa) und eine Störung der Wundheilung treten ein.   

Können inadäquate Verbandsmaterialien die anfangs hohe Exsudatmenge nicht aufnehmen, werden die noch intakten Wundränder angegriffen und beginnen aufzuweichen. Sie wirken weiß und aufgequollen. Man spricht von mazeriertem Gewebe. Bakterien dringen in das geschädigte Gewebe ein und vermehren sich dort. Die Wundfläche kann größer werden.  

Die Wunde möchte sich von der “Außenwelt” schützen und bildet vor allem bei chronischen Wunden gelbliche bis bräunliche Fibrinbeläge. Diese sind mit dem Wundgrund verhaftet und verhindern, dass sich gesundes, vitales Gewebe ausbreiten kann. 

Ausgebildete Wundmanager können mit verschiedenen Materialien Keime in der Wunde reduzieren, den Wundrand schützen, Fibrinbeläge und avitales Gewebe mittels Kürette, Skalpell oder Schere entfernen (scharfes Debridement) Enzymatische und autolytische Wund Gels helfen dabei abgestorbene Gewebstrümmer zu entfernen 

Verbandsmaterialien müssen in dieser Phase eine der Exsudationsmenge entsprechenden Saugfähigkeit besitzen. Die Wundoberfläche soll feucht gehalten werden, jedoch soll das Wundexsudat durch den Verband abdampfen können (soll von innen nach außen wasserdampfdurchlässig sein), sodass keine feuchte Kammer entsteht. Mazeration muss mit einem Wundrandschutz vermieden werden.  

Granulationsphase / Proliferationsphase  

In der Granulationsphase wird Gewebe neu gebildet. Die Exsudationsmenge nimmt abNervenfasern und kleinste Gefäße (Kapillaren) sprossen in die Wunde ein. Fibroblasten bilden die neue extrazelluläre Matrix. Die Bildung von Proteinen und Kollagenfasern ermöglicht das Entstehen von sogenanntem Granulationsgewebe. Dieses rot gefärbte und körnig wirkende Gewebe ist gut durchblutet, feucht-sauber-glänzend und ist Voraussetzung für das Entstehen der obersten Hautschicht, der Epithelschicht.  

Moderne Verbandsmaterialien müssen auch in dieser Phase ein optimales feuchtes Milieu schaffen um die Zellwanderung nicht zu verzögern. Der Verband soll überschüssiges Exsudat aufnehmen, atmungsaktiv, bakterien- und wasserdicht sein. Außerdem darf die Wunde nicht mit der Auflage verkleben. Die Wunde benötigt Ruhe – Sie darf nicht durch das Abnehmen des Verbandes verletzt und soll nur alle 2 – 3 Tage verbunden werden.    

Reparative Phase / Epithelisierungsphase 

Meist geht die Neubildung von Epithelgewebe von den Wundrändern aus. Es kommt aber auch vor, dass sich auf einem frischen “Granulationsbett” Epithelinseln inmitten der Wunde bilden. In dieser Phase bewirken Matrixmetallproteasen den Umbau der extrazellulären Matrix in reißfeste Kollagenstrukturen. Das Granulationsgewebe wird gefäßärmer und fester, es wird in Narbengewebe umgewandelt, welches hart ist und keine Elastizität hat. Dieses trockene, blassrosa und leicht glänzende Narbengewebe wird mit der Zeit, nach Vermehrung von Kollagenfasern immer stabiler und erreicht nach mehreren Monaten ihre maximale Belastbarkeit, die ca. 80% der normalen Haut beträgt.  

Der Wundverband hat in dieser Phase die Aufgabe, die Wundruhe zu gewährleisten. Das neu gebildete Gewebe soll geschützt werden.   

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